Donnerstag, 27. Juli 2017

Zum Zeitgeschehen

Turbulenzen in fast jeder Form bestimmen zur Zeit das globale Leben bis hinein in das Dasein vieler Menschen.

Der Populismus hat Hochkonjunktur und es ist nicht immer leicht, die „fakes“ als solche zu entlarven. Wie viel Unheil, Emotionen und Unsicherheit bis hin zum Mobbing können sie verursachen.
Aus diesem „Dschungel“ von Nachrichten - den überzogenen (um nicht zu schreiben, die aufreisserischen) sowie die „Enten“ - muss man die wahren und sachlichen herausfiltern.

Der Flüchtlingsexodus aus aller Welt nach Europa und insbesondere nach Deutschland ist ein weiteres Problem, welches mich beschäftigt. Natürlich sollte und muss man Menschen in Not helfen - das ist hier nicht die Frage.
Nur, wie steht es mit den vielen alten und jungen Wirtschaftsflüchtlingen, vorwiegend aus Afrika? In Europa herrscht Uneinigkeit der Bündnisländer über die Aufnahme der Flüchtlinge.
Fragen über Fragen!

Diese Asylsuchenden haben auch ihre Bedürfnisse. Dies wird weitgehend verdrängt. Es gab Verabredungen von Männern aus verschiedenen Regionen zu einem Treffpunkt (anmerk. Köln und andere Orte) wogegen nichts zu sagen wäre, so lange sie sich wie Gäste in unserem Land zu benehmen wüssten. Wir sind Gastgeber und kein Freiwild. Viele dieser Menschen setzen Respekt voraus, selber lassen sie den aber vermissen. Man sollte sie umgehend und ohne viel Palaver ausweisen können. Natürlich -  nicht alle sind so. Es gibt wunderbare Beispiele der Integration..
Nur leider setzt sich das Negativum immer mehr durch.

Mein Fazit lautet ganz schlicht: Ausgewogenheit im Alltag zu halten und - soweit es mir möglich ist - dort zu helfen, wo es mir angebracht erscheint.


© Ingrid Horn


Freitag, 30. Juni 2017

GLÜCK

Einst umgab mich ein Korsett
verbot mir Gefühle und Gedanken
verwies mich in die Schranken
fand dies als gar nicht nett

Liebe sprengte die Ketten
im späten Alter noch
Sehnsucht unermessen
erfüllte sich dennoch

Hab meine Tür geöffnet
und ließ das Glück hinein
bin nun damit beschäftigt
dem Glücke hold zu sein

cc. Ingrid Horn

Freitag, 14. April 2017

Karfreitag 2017



Ein Datum, welches mich an meinen zu jung verstorbenen Cousin erinnert. Er ging mit Rückenbeschwerden ins Krankenhaus und die Diagnose lautete damals Krebs im Endstadium. Sechs Wochen später war er tot.
Die Beerdigung war nicht einfach. Sein Bruder hatte Lungenkrebs, ich selber ein Magniles Melanom und fiel durch alle Raster, weil man den Primärtumor verworfen hatte. Meine Mutter war ein Jahr zuvor gestorben, mein Mann hatte zwar seinen ersten Krebs gut überstanden, der aber wieder nach 10 Jahren ausgebrochen war, es folgten zwei Jahre eines Martyriums. Trotzdem: Dankbarkeit für die geschenkten zehn Jahre! Was für eine Zeit! Mein Cousin wurde nur 56 Jahre alt. Er wäre heute 71 Jahre alt geworden. Es folgte ein Schlag auf den anderen. . . Dabei hatte ich damals immer angenommen, dass meine Schale doch schon eigentlich genug gefüllt war mit Lebensstürmen. . . aber schwere Jahre setzten mein Schiffchen noch arg zu. Mit ganz kleinen Schritten, die mich lehrten das Glück in dem Makrobereich zu entdecken, schipperte ich durch das Meer des Lebens weiter.
Trotzdem, aus all dieser Zeit wurden die Sensoren verfeinert für das Wesentliche im Leben.

So wird so manches Lebensschiff heftigen Stürmen ausgesetzt. Man ist durchaus kein Einzelfall! In dieser Zeit habe ich Schicksale kennen gelernt, die mindestens ebenso oder gar noch trauriger waren, als ich selber erleben musste.

Erinnerungen hervorgerufen nach einem Beitrag im Deutschlandfunk heute Morgen über einen Jakobs-Pilger mit Namen Helge. Er musste durch ein anderes sehr tiefes Tal hindurch gehen für viele Jahre und fand die Kraft, sich aus dem Tal zu entfernen. Ich denke, jeder hat sein eigenes Tal im Leben zu durchschreiten. Es sind die Schleifsteine des Lebens . . .

Durch ein Schlüsselerlebnis nahm er seinen positiven Faden auf und die anstehenden Prüfungen, die ihm nicht erspart blieben, hat er bestanden. Heute ist er wieder auf einem Höhenweg und hat seinen Horizont stark erweitert und schaut mit anderen Augen in seine Zukunft. Hat wieder Zuversicht und Glauben gefunden.

Wenn die eigene Welt grau in grau erscheint und dann zwischendurch Sonnenstrahlen die Seele erwärmen bekommt man wieder Kraft und Zuversicht. Das geschieht immer wieder und so kann man sich durchaus getragen fühlen.

© Ingrid Horn


Samstag, 28. Januar 2017

Noch ein Haiku




                                                           Die Nacht hier verbrennt

                                                           Neuer Tag wird geboren

                                                               Im eiskalten Wind



©Ingrid Horn

Mittwoch, 4. Januar 2017

Haiku - Winter



                                                             Schnee und Eisblumen

                                                          zaubern eine Märchenwelt

                                                                   der Eiskönigin

cc. Ingrid Horn

Donnerstag, 29. Dezember 2016

Aus Alt wird Neu



Das Jahr 2016 ist fast zu Ende, das so extrem gefüllt ist mit Fakten und Tatsachen auf den verschiedensten Ebenen. Einiges kann man bereits beurteilen, anderes noch nicht, denn die Auswirkungen werden sich in ihrem ganzen Umfang erst noch zeigen - mit unbestimmten Ausgang. . .

Die Welt erscheint mir manches Mal ins Trudeln zu geraten. Ich hoffe dann immer, dass sie ihr Gleichgewicht wiederfinden möge - so gut es eben geht. Denn im wirklichen Gleichgewicht war Mutter Erde wohl noch nie. Man kann dies aus geologischer, politischer als auch aus sozialistischer oder gar kapitalistischer Perspektive betrachten.

Warum kann der Mensch nicht aus der Geschichte lernen? Warum muss jede Generation Fehler der Vorfahren wiederholen? Es scheint zum Verhaltensmuster der Menschheit zu gehören.

Ich bin mir bewußt, dass wir vor einem neuen Abschnitt unserer Existenz, unseres Lebens stehen. Es gilt, dass ein Jeder in seinem Umkreis sich mitmenschlich sowie auch in Respekt vor jeglichem Leben und unserer Umwelt verantwortlich verhalten muss, wenn wir ein besseres Klima für alle und auch für die Nachwelt erhalten wollen.

Ich habe einen Minikalender mit dem Coverbild mit folgendem Zitat geschenkt bekommen:

 
  „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“
                                                                                                                Hesekiel 36.26

Mich haben diese Worte sehr berührt und meine kleinen grauen Zellen fingen ohne mein Zutun an zu laufen mit dem gedanklichen Resultat, wie oben geschrieben.

So sind denn meine Wünsche und Hoffnungen für das Jahr 2017 folgende: Ich wünsche mir ein wärmeres Miteinander unter den Menschen, mehr Gerechtigkeit und mehr durchdachtes verantwortliches Handeln.
Allen die hier lesen ein gesundes, bereicherndes und rundherum gutes Jahr 2017!



Ingrid Horn

Donnerstag, 4. August 2016

Marine-Ehrenmahl in Laboe


Der 28. Juni 2016 hielt für mich ein ganz besonderes Erlebnis bereit. Wir fuhren nach Laboe und ließen den trüben Himmel im Landesinnern hinter uns. An der See reißt der Himmel eher auf und als wir dort ankamen, war eitel Sonnenschein. Ein Himmel voller gebirgigen Kumuluswolken, die durch das Sonnenlicht besonders eindrucksvoll ihre verschiedenen Schichten ihrer Zusammensetzung zeigten, empfing uns.

Über die natürlich wissenswerten Daten möchte ich hier nicht berichten, die kann man in aller Ruhe auf Wikipedia nachlesen. Sondern ich möchte meine Impressionen, Gedanken und Gefühle schildern, die mir dieser Besuch in Laboe beschert hat.

Unser Weg führte am trocken gelegenen U-Boot 995 vorbei, dessen Länge mich überraschte. Es liegt in unmittelbarer Nähe des Ehrenmals.

Etwas weiter liegt die etwas höher gelegene Gedenkstätte. Der Aussichtsturm hat eine Höhe von 68m. Die erste Aussichtsplattform kann man in Höhe von 57m mit dem Fahrstuhl leicht erreichen und es bietet sich eine grandiose Aussicht über die Kieler Förde bis hinaus auf die offene See und natürlich auch ins Landesinnere.

Die angrenzende Halle beinhaltet weitläufige Ausstellungsräume, die dem Gedenken der Gefallenen der Marine des Ersten und des Zweiten Weltkrieges gelten.

Im Jahre 1954 erhielt das Ehrenmal einen erheblichen Bedeutungswandel, nämlich der nationale Charakter voltierte zum internationalen Charakter. Im Jahre 1996 wurde wieder eine Umwidmung vorgenommen. Der neue Kontext hat für mich einen versöhnlichen Inhalt, denn es wurde eine Gedenkstätte für die auf See Gebliebenen
a l l e r  Nationen und ein Mahnmal für eine 
f r i e d l i c h e    Seefahrt auf freien Meeren.
 



Von den Ausstellungräumen führen Stufen hinunter zu einem tunnelartigen Gang. Zu beiden Seiten hängen an den Wänden Gedenkkränze mit Angaben des Anlasses und der Gang mündet in eine Art riesiger runder Grabhalle. Ein Gang führt an den Außenseiten rundherum und die Wände sowie die vielen kleinen Nischen zur Mitte hin weisen Tafeln und Grabschmuck auf, teilweise mit Grablichtern bestückt, die ganz persönliche Daten von Angehörigen der deutschen Marine beinhalten, die seit 1955 in Ausübung ihres Dienstes ihr Leben ließen.

Mittig dieser Grabhalle fiel von oben
durch bunte Glasbausteine gedämpftes Licht auf einen Kreis, um den rundherum ebenfalls Kränze lagen und Grablichter brannten.

Die zu über vielen hunterttausenden Gefallenen in der ganzen Welt, gemessen an den vielen Schicksalen dieser Menschen und ihrer Hinterbliebenen beschäftigten noch meine Gedanken beim Eintritt in diese sehr pietätvoll gestaltete Grabhalle. Beim studieren der Tafeln in den Nischen, die besondere Atmosphäre in diesem Raum und wieder einmal die Erkenntnis, dass der Mensch offensichtlich nichts aus der Geschichte zu lernen scheint in Verbindung mit der jetzigen aktuellen politischen Situation weltweit, nahmen mir fast die Luft zum atmen.


cc. Ingrid Horn